Spuren verheerender Stadtbrände am Entenlaich

Spuren verheerender Stadtbrände am Entenlaich

Bad Langensalza (Unstrut-Hainich-Kreis). Spekulationen um Ursache des Feuers von 1711. Reste von altem Brunnen bei bei aktuellen Bauarbeiten entdeckt.

An sich ist es schon ein lustiger Name, der Entenlaich. "Laich" ist ein althochdeutsches Wort für Spiel, Gesang und Tanz. Unsere Enten sind keine Singvögel, aber lustige Schnatter(rienchen)tiere allemal. Im mittleren Mühlgraben, vielleicht auch einer ehemals vorhandenen Lache, wie die Stelle noch in G. Sommers Stadtriss von 1834 bezeichnet wird, fanden sie einst ihren Lieblingsplatz. Auch das Wort Froschlaich lässt sich auf diese Weise erklären.

Brandstifterin steht nicht im Totenbuch

Langensalza fackelte ob seiner leicht brennbaren Gebäude 1711 fast komplett ab. Fahrlässigkeit war die Ursache. Der Fleischer Elias Thomas (Thomsen, Thomaßen), gestorben 81 Jahre alt im September 1735, bekam nach seiner Hochzeit 1678 mit Anna Maria Möller vier Kinder geschenkt. Von den Geschwistern, Tochter Martha Barbara (1679), Martha Christina (1682) und Anna Elisabeth (1686), der 1691 letztgeborene Sohn starb zwei Jahre später, soll eine der drei Töchter an Schwachsinnigkeit leidend, weil auch als Einzige nach dem Stadtrand 1711 vermisst, mit ihrer umgestürzten Laterne die alleinige Schuld getragen haben.

Vergeblich suchen wir einen Begräbniseintrag ihrer verkohlten Leiche in unseren Kirchenbüchern. Nur zwei Töchter verheirateten sich 1701 und 1702 mit den ansehnlichen Langensalzaer Bürgersöhnen G.H. Wiegand und H. Ch. Becke (Trauregister St. Stephanii/St. Bonifacii). Martha Christina, die Mittlere, starb am 9. Oktober 1746.

Das jüngste Töchterlein Anna Elisabeth bleibt also uns verschollen. War sie die Geistesschwache, die Brandverursacherin? 1829 errichtete Johann Georg Walter im Haus Entenlaich 14 eine Schmiede. Schon seine Vorfahren Anno 1673 waren Hufschmiede. Gerade um den Sankt Martintag im Drei - Kaiser - Jahr 1888 brannte es in der angrenzenden Brauerei (Reinhardsbrunner Hof um 1350 - später Brauerei Müller) erneut. Bei den völlig eingeäscherten Gebäuden spielten drei Buben und brachen dabei in glühende Asche. Christian Max Eidam, Sohn eines Schuhmachermeisters der Neuen Gasse, erlag im Folgetag, den 13. November erst 13 Jahre alt, seinen schweren Brandwunden.

Jüngste Tiefbauarbeiten am Entenlaich öffneten Spannendes. Der in den anstehenden Travertin zu verlegende neue Abwasserkanal schnitt mehrere mittelalterliche Keller. Bis zur Gewölbedecke mit Brandschutt wegen statischen Problemen beim dortigen Straßenbau gefüllt, gaben ihre Nutzer sie spätestens 1900 auf. Ist es Brauereischutt von 1888? Einen weiteren uralten Stadtbrunnen, nur an seiner in den Travertin abgeteuften Sohle noch erkennbar, zerstörte im runden Mauerwerk schon der hier verlegte Vorgängerkanal.

Brunnen mussten Kanälen weichen

Als Ziehbrunnen spendete er den Bürgern inmitten der Straßenbiegung Entenlaich - Herrengasse einst frisches Wasser. Baggerfahrer Mario Daume dokumentierte ihn. Auch Fundamentreste Salzas erster Stadtmauer um 1300 am Ende der Herrenstraße, vom erhaltenen Teilstück im Hof der Wiebeckschule kommend, förderten die Erdarbeiten zutage.

Das schöne neue Straßenpflaster bedeckt bereits alle Flächen. So manches Stück Kur­stadtgeschichte mag noch an anderer Stelle unter der Erde schlummern.

Peter Ernst / 08.11.13 / TA / zur Quelle

Foto: Die Bauarbeiten am Entenlaich lieferten interessante Einblicke in die Bad Langensalzaer Stadtgeschichte. Foto: privat

Kanalbau

Mit Spezialmaschinen durch große Tiefen oder schwierige Untergründe.

Kanalbau
Straßenbau

Der bituminöse Straßenbau
mit modernsten Einbau-
komplexen.

Straßenbau
Maschinen und Geräte

Moderne und leistungsstarke Technik für jeden Auftrag.

Maschinen und Geräte
Leitungsbau

Erneuerung und Ausbau mit zertifizierten Verfahren und modernsten Geräten.

Leitungsbau
Stahlbetonbau

Fachgerechte Umsetzung für alle Anforderungen auf dem Land.

Stahlbetonbau
Kleinaufträge

Klein - aber fein. Individuelle Lösungen für private Bauvorhaben.

Kleinaufträge